Logo von Agent Fox Navigation
Das Portal für neue Konsumkultur

AGENT FOX
Magazin

KONSUMKULTUR TEIL 1 - Bringe Kultur in deinen Konsum / Online Shopping /

KONSUMKULTUR TEIL 1 - Bringe Kultur in deinen Konsum

Hast du dir schon einmal Gedanken über dein persönliches Konsumverhalten gemacht?

Vielleicht jetzt gerade zum 1. Mal oder du bist schon ein*e Neu-DenkerIn. Hier im 1. Teil erfährst du, wie du es schaffst weniger zu kaufen und wie du durch eine neue Konsumkultur aktiv zu einer gesünderen Welt beiträgst.

Mir ist bewusst, dass Konsum ein komplexes, sensibles und schwieriges Thema ist und vielleicht bei dem Einen oder Anderen noch gar nie am „Radar“ war. Es geht in diesem Beitrag darum, dich zu inspirieren deinen Konsum zu beobachten, zu motivieren Dinge zu hinterfragen und zu ermutigen Schritte zu setzen. Dieser Artikel entspricht meinen persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und (Selbst)Versuchen.
 
Konsum ist in unserem täglichen Leben allgegenwärtig. Ein Leben ohne zu konsumieren? Unrealistisch. Denn abgesehen vom Kauf-Konsum, wären da noch unzählige andere Dinge die wir permanent konsumieren zB Internet, TV, Social Media, Streaming-Dienste, Zeitung, Radio, uvm.
 
Oft entsteht durch den Medien-Konsum der Kauf-Konsum. In unserer globalisierten Welt – zumindest was den Konsum betrifft – ist nichts einfacher als den Kauf-Wünschen nachzukommen. Ein paar Klicks und wenige Stunden oder Tage später sind Produkte aus der ganzen Welt direkt vor deiner Haustüre. Es ist so schnell, einfach, praktisch und unkompliziert. Auch die nächste Shopping-Mall oder Einkauf-Straße ist bestimmt nicht weit entfernt. Konsumgüter sind mit positiven, schönen, ansprechenden Bildern und Worten aufgeladen, das Marketing leistet hier grandiose Arbeit. Unser Konsum hat sich allerdings zu einem riesigen Monster mit weitreichenden Folgen entwickelt.
 
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr - die Wissenschaft versorgt uns mit immer neuen Erkenntnissen und wir bemerken es auch selbst – wir haben längst und in sehr kurzer Zeit einen Klimawandel, eine Umweltkrise losgetreten. Nicht zuletzt ist das auf unseren Konsum zurückzuführen!
 
Konsum wird es immer geben. Die Frage ist daher, wie können wir dazu beitragen das Gleichgewicht zu schaffen, damit unsere Umwelt geschützt ist und wir uns an Produkten erfreuen können?
 
Was steckt alles in einem Produkt? Hast du das schon einmal ganzheitlich hinterfragt? Jedes Produkt hat seine Geschichte und diese Geschichten sind bei genauerem Hinsehen oft schmutzig und unbequem, das sei an dieser Stelle ganz klar gesagt. Ein Produkt setzt sich aus sehr vielen Puzzleteile zusammen. Um einige Beispiele zu nennen: Rohstoffe, Produktion, Verpackung, Lieferketten, Marketing, Vertrieb, Händler, Lebensdauer, Entsorgung, an allen Schritten sind auch Menschen beteiligt… Kauf- und Konsumentscheidungen haben vielfältige Auswirkungen auf Menschen & Menschenrechte, Tiere & Tierrechte, Umwelt, Erde und auf dich.
 
Ausgeklügelte Claims suggerieren Nachhaltigkeit, Bio, Grün, Fair, Regionalität, Bäume werden gepflanzt, soziale Projekte unterstützt usw. und unzählige Gütesigel versprechen hohe Standards und ein besseres Gefühl beim Kauf. Die Wertigkeit des nachhaltigen Produktes (jeglicher Preisklasse) wird noch durch ansprechende und berührende Produktgeschichten und schöne Verpackungen gehoben.
 
Beginne Dinge ganzheitlich zu hinterfragen, was steckt tatsächlich dahinter.
 
Veränderung findet immer statt, das trifft auch auf den Konsum zu. Ich denke, dass wir in Zukunft minimalistischer werden, wir weniger an materiellen Dingen „haben wollen/sollen“ und unseren materiellen Besitz mehr wertschätzen. Auch wenn ich hier jetzt streng werde - ich finde jeder von uns ist verpflichtet sich über sein eigenes Konsumverhalten Gedanken zu machen. Erst dann werden Veränderung und eine gesunde Zukunft möglich sein. Wir alle sind Konsumenten und somit an dem Geschehen beteiligt. Es lohnt sich nicht immer auf Entscheidungen von außen zu warten. Jeder von uns trägt Verantwortung.

Wenn wir dem Konsum weniger Raum geben, können wir die gewonnene Zeit, die Ressourcen und das Geld dafür nutzen, nachhaltig mit Herz und Köpfchen die Erde wieder zu einem gesünderen Lebensraum für alle machen. Es gibt bereits so viel Wissen, Ideen und Technologien zu einem wertvolleren Konsumverhalten. Es gibt auch immer mehr wahrhaftige UnternehmerInnen, die verantwortungsbewusst und weise handeln. Lasst es uns nutzen. Es gibt keinen Grund länger zu warten – der richtige Zeitpunkt etwas zu beginnen ist immer JETZT! Je mehr Menschen jetzt loslegen, desto eher kann eine Verbesserung eintreten.
 
Hier im 1. Teil von „Bringe Kultur in deinen Konsum“, möchte ich auf den vermutlich wichtigsten Punkt näher eingehen:
 
WENIGER KAUFEN
Hand aufs Herz, brauchst du alles was du kaufst? Wir Westeuropäer besitzen sehr viel - nämlich im Durchschnitt 10 000 Dinge. Das habe ich nie nachgezählt, bin mir jedoch sicher, dass sich diese Zahl stark nach oben entwickelt. Wieviel davon ist wirklich notwendig und wichtig?
 
Vor einigen Jahren habe ich ein Selbstexperiment gemacht – schon schräg es als Experiment zu bezeichnen aber in der damaligen Situation war es tatsächlich für mich etwas besonders Außergewöhnliches. Ich traf mit mir selbst die Abmachung, 12 Monate nichts Neues zu kaufen. Ausgenommen waren Lebensmittel oder Notwendiges fürs Wohnen, für unseren Hund und Reparaturen. Es ging um diese Anschaffungen die ich eigentlich nicht brauchte, aber gerne haben würde, um irgendetwas zu befriedigen – kennst du das? Um ein paar Beispiele zu nenne, Gewand, Schuhe, Bücher, Accessoires, Krims Krams, Küchenutensilien, Sportgeräte, elektronische Geräte, Abos & Mitgliedschaften, Hausrat usw.
 
Dieses Jahr der Kauf-Abstinenz war unglaublich befreiend, widererwartend ist es mir leichtgefallen nicht zu kaufen. Es hatte auf so vielen Ebenen positive Auswirkungen, mein Konsumverhalten hat sich seit damals, Step by Step, grundlegend verändert. Meine Werte haben sich geändert und es war und ist noch immer ein Prozess. Den größten Wandel den mir dieses Experiment gebracht hat – Demut, nicht mehr (alles) haben wollen und die Dinge die ich bereits besitze wertzuschätzen.
 
Ich hatte es vorhin als schräges Experiment benannt, da das permanente Kaufen in unserer Gesellschaft Usus ist. Kaufen ist ein Lebensinhalt geworden, eine Beschäftigung, eine Ablenkung, eine Befriedigung, eine Belohnung, ein Statussymbol. Auch ich kaufe natürlich gerne schöne Produkte die mir Freude machen, jedoch hat sich etwas Entscheidendes geändert. Dazu machen wir nochmal einen kleinen Ausflug in meine Vergangenheit…
 
Ich bin Anfang 20, habe einen Job der mir richtig Spaß macht, denn ich darf viel reisen und ich verdiene gut. In der Mittagspause gehe ich ziellos und schnell in der Kärntner Straße von einem Gewandgeschäft ins Nächste. Es ist gerade Frühling und die coolen neuen Kollektionen und Farben für den Sommer sind da. Irgendetwas wird da auf alle Fälle auch für mich dabei sein. Jaaa, es ist das gefühlt 10. Teil welches in ähnlicher Form schon zu Hause im Kasten hängt. Es ist nicht teuer und sowas kann man doch immer brauchen – und da stehe ich schon bei der Kasse. Mit dem Plastiksackerl (sowas gab es damals noch) in der Hand, marschiere ich aus dem Shop. Am Weg zurück zur Arbeit spüre ich, dass dieser Kauf jetzt echt unnötig war, mich keine Sekunde „glücklich“ macht. Es kommt das schlechte Gewissen, weil ich ja genau weiß warum das Teil so günstig ist, wo es produziert wurde und ich überhaupt keinen Bedarf habe…. Das Stück hängt sich dann im Kasten zu den anderen Teilen, manchmal hängt sogar noch das Preisschild dran, weil ich es irgendwie gar nicht brauche.
 
Der Unterschied, wenn ich heute etwas kaufen möchte? Ich treffe bewusste Entscheidungen und Einkaufen ist für mich etwas Seltenes und Besonderes geworden. Darum kommen auch nur ausgewählte Produzenten in Frage. Ich renne nicht wie von der Tarantel gestochen los, klicke mir die Finger im Onlineshop wund oder irre ferngesteuert durch Shopping Malls.
 
Diese Kriterien habe ich für mich kultiviert:  brauche ich es wirklich (Nutzen), wo kommt das Produkt her (Regionalität), welche Ressourcen wurden verwendet & sind die Arbeitsbedingungen nachvollziehbar (Produktgeschichte), wer steht dahinter (Kleinproduzent), Qualität (Lebensdauer), ist das Produkt tatsächlich so nachhaltig wie es dargestellt wird (Transparenz & Ehrlichkeit). Ich hinterfrage und mache mir Gedanken welche Auswirkungen haben meine Kaufentscheidungen. Das ist nicht umständlich und geht alles sehr flott.
 
Das sind meine Benefits: ich spare Zeit, Geld und schone Ressourcen, da ich nicht oft einkaufe und habe lange und ehrliche Freude an den wenigen Dingen die ich kaufe.
 
Was kannst du tun um weniger zu kaufen?
  • Finde für dich heraus, warum du Dinge kaufst. Was sind deine Beweggründe?
  • Brauchst du das Produkt wirklich?
  • Verschaffe dir einen Überblick über deine Besitztümer. Da ist bestimmt einiges vorhanden. Wenn dir das Eine oder das Andere unterkommt was keinen Platz mehr in deinem Leben hat, verschenke oder verkaufe es weiter, bringe es zum Flohmarkt, Henry-Laden, 2nd Hand Laden, ….
  • Beginne dich an dem zu erfreuen, was du bereits besitzt, genieße und nutze deine Produkte.
  • Triff eine Abmachung mit dir selbst und kaufe für einen gewissen Zeitraum nichts. Du wirst Augen machen was ein Klares „Nein“ für Wirkung hat. Du hast plötzlich mehr Zeit, du sparst dein Geld, trägst aktiv zum Umweltschutz bei, schaffst Raum in deinem Zuhause.
  • Interessiere und informieren dich, forsche und frage nach bevor du ein Produkt anschaffst.
  • Mache dir bewusst, dass sich ein „gutes Gefühl“ nicht kaufen lässt. Das Nachhaltigste, Ökologischste ist es, nicht zu kaufen.
 
Ich finde die Konsumgesellschaft hat ihre besten Zeiten überstanden. Der Weg ist frei für eine moderne Konsumkultur, in der wir bewusster, transparenter, ehrlicher, mit viel Feingefühl und Köpfchen in die Zukunft gehen.

Genau darum geht es bei Agent Fox. Wir möchten dich einladen neu zu denken und Teil der modernen Konsumkultur zu werden. Wir sind bemüht die besten Partner zu finden. Partner, die erkannt haben, dass produzieren von Produkten ein ausgewogenes Zusammenspiel von Menschen und Natur sein muss. Vielleicht hast auch du eine Idee oder bist schon am Produzieren, dann freuen wir uns sehr, wenn du dich bei uns meldest.
 
In Teil 2 von „Konsumkultur – Bringe Kultur in deinen Konsum“, gibt es weitere Ideen und Inspirationen. 
 
Alles Liebe Uschi



Foto credit: Yuganov Konstantin
Aktuell auf der Merkliste: Anbieter
Diese Seite speichert Cookies. Okay Infos